
Licht ist auch für Pflanzen ein wichtiges Grundbedürfnis, ohne das kein Wachstum möglich ist. Licht ermöglicht dem Blattgrün (Chlorophyll), das in den Blättern enthalten ist, die Photosynthese stattfinden zu lassen, welche für die Umwandlung von Nährstoffen in Energie notwendig ist. Diese macht ein Wachstum erst möglich.Ich möchte hier eigentlich nicht näher eingehen, da dies zu weit führen würde. Aber Ihr könnt sicher feststellen, dass Licht also für die Pflanzen ein sehr existenzieller Lebensfaktor ist. Nicht jede Pflanze benötigt gleich viel Licht. Auf die Lichtbedürfnisse einzelner Pflanzen gehe ich später bei den einzelnen Pflanzenarten noch genauer ein. Unsere Augen orientieren sich nicht nur an der Lichtstärke, sondern auch stark an Farben oder Eindrücken. Für Pflanzen ist jedoch nur die Lichtmenge, welche in Lux (1 Lux = Lichtstärke einer Kerze, einen Meter entfernt vom Objekt) gemessen wird, relevant. In hellen Räumen beträgt diese hinter dem Fenster +1000 Lux, 1 Meter davon entfernt noch ca. 500 Lux und 2 Meter weiter weg beträgt die Lichtstärke nur noch ca. 200 Lux. Also ist es sehr wichtig, wo die Pflanzen platziert werden und welche Pflanze für welchen Bereich geeignet ist.

Ebenso wichtig wie das Licht ist auch das Wasser, welches den ganzen Nährstofftransport sicherstellt und aus welchem die Pflanzen aus über 90 Prozent bestehen. Die Wasserbedürnisse der Pflanzen unterscheiden sich sehr stark auf Grund deren Herkunft aus den verschiedenen Erdteilen mit sehr unterschiedlichen klimatischen Bedingungen, an welche sich die Pflanzen sehr gut angepasst haben. Zu Hause ist dies nicht so einfach zu bewerkstelligen, da unsere Räume meist nur über ein Klima verfügen und Pflanzen aus verschiedenen Klimazonen zu finden sind. Wir können uns das Leben mit Pflanzen stark vereinfachen, wenn wir schon vor dem Kauf wissen, welche Bedingungen wir für ein Gedeihen erfüllen müssen. Manchmal entscheiden wir uns dann automatisch für eine andere Alternative, da die Pflege zu aufwendig ist. Manche(r) Pflanzenfreund(in) nimmt dies aber bewusst auf sich, was aber gutes Fachwissen über die Schützlinge verlangt. Für die meisten Zimmerpflanzen sind die folgenden Grundregeln zutreffend.
- Wurzelballen nie ganz austrocknen lassen.
- Regelmässig kleinere Mengen Wasser verabreichen.
- Staunässe vermeiden, denn die wenigsten Pflanzen können schwimmen.
- Grünpflanzen regelmässig mit zimmerwarmem Wasser überbrausen oder besprühen.
- Hydrokulturen nur so viel Wasser geben, wie sie in höchstens zwei Wochen
verbrauchen, ausser in Ferienzeiten, aber dafür ist der hohe Wasservorrat
auch gedacht.
- Hydrokulturen erst wieder auffüllen, wenn der Wasservorrat verbraucht ist.

Für uns Menschen ist es selbstverständlich, dass wir etwas essen müssen, damit wir nicht krank werden und zu Grunde gehen. Auch Pflanzen benötigen Nahrung, um wachsen und blühen zu können. Die Nährstoffe können nur in mineralischer und flüssiger Form aufgenommen werden. Dies geschieht meist über die feinen Wurzelhaare, die die in Wasser gelösten Nährstoffe bis in die Blätter transportieren, wo diese dann zu Energie verwertet werden. Dieser Düngevorgang nennt sich Wurzeldüngung. Die Pflanzen kann aber auch Wasser und Nährstoffe über die Blattoberfläche aufnehmen. Wenn dies in einem Düngevorgang geschieht, redet man von einer Blattdüngung. Dies ist eine wichtige Form für wurzelkranke Pflanzen oder solche mit verletzten Wurzeln. Baumbewohnende Pflanzen aus tropischen Regionen (Epiphyten) nehmen Wasser und Nährstoffe ausschliesslich über Stengel und Blätter auf. Die wichtigsten Nährsalze sind Stickstoff, Phosphor und Kalium (auf Düngerverpackungen meist als N/P/K bezeichnet). Ebenfalls lebenswichtig sind auch Schwefel, Calcium, Magnesium und Eisen. Auch Spurenelemente(Spuren von Elementen)wie Bor, Zink, Kupfer oder Mangan dürfen nicht fehlen. Auch wir Menschen können ohne solche Stoffe nicht leben. Der Bedarf an Nährstoffen richtet sich nach Gestalt und Grösse der Pflanze, aber auch nach deren Lebensraum.
Folgende Düngerformen sind erhältlich:
- Organische Dünger in fester Form
Sind natürliche Dünger, die zuerst noch mineralisiert werden müssen und sich
als Langzeitdünger in den wärmeren Jahreszeiten eignen.
z.B. Hornspäne, Blut- und Knochenmehl, Kompost, Mulch usw.
- Mineralische Dünger in fester Form
Hier handelt es sich meist um technisch hergestellte Dünger.
Kurzzeitdünger sind sofort und auf eine kurze Zeit begrenzt wirkende
Dünger.
Diese eignen sich vor allem für die Aufzucht von Pflanzen, da diese öfters
verpflanzt werden und nur eine kurze Wirkungszeit erfordern.
Langzeitdünger weisen eine verschieden lang vordefinierte Wirkungsdauer
auf und lassen daher sehr genau berechnete Dosierungen im Erwerbsgartenbau zu.
Es gibt aber auch für den Zierpflanzengarten sehr nützliche Produkte, wie
zum Beispiel Hauert Osmocote.
- Mineralische Dünger in flüssiger Form
Flüssigdünger, auch Nährsalze genannt, gibt es in sehr vielen
verschiedenen Zusammensetzungen zu kaufen. Für den Heimgebrauch gibt es dem
Zweck entspechende Volldünger, die das ganze Spektrum der benötigten
Nährstoffe abdecken. Diese Form eignet sich besonders gut für zu Hause,
da sie unkompliziert und einfach kontrollierbar einzusetzen ist.
Auch Blattdüngungen sind in dieser Form möglich. Z.B. von Hauert oder Maag.

Ebenfalls ein grosser Faktor der entscheidet, ob eine Pflanze gedeiht oder nicht, ist der Boden auf dem die Pflanze wächst. Hier müssen wiederum diverse Kriterien erfüllt sein, damit ein Erfolg gesichert ist. Auch hier ist es wichtig, dass man die Herkunft und den Lebensraum der Pflanze kennt. Folgende wichtige Faktoren müssen berücksichtigt werden:
- Zusammensetzung der Erde
Die Herkunft der Pflanzen verrät uns die Zusammensetzung des idealen
Untergrundes. Hier gibt es sehr viele verschiedene Komponenten wie Torf,
Torfersatz, Sand, Ton, Humus(noch nicht mineralisiertes organisches Material,
z.B. gut gelagerter Kompost, Laubkompost usw.), Landerde (bereits in
mineralische Form umgewandelt), Kalk, Steine, Rinde, Moos usw. Auch der
Wasser / Luft Haushalt der Erde ist ganz wichtig und kann mit der richtigen
Zusammensetzung stark beeinflusst werden.
- pH- Wert der Erde
Ist ein Wert der Menge von Hydronium Ionen. pH- Wert kleiner als 7 = sauer,
pH- Wert ist 7 = neutral, pH- Wert grösser als 7 = alkalisch.
Auch hier haben Pflanzen ganz verschiedene Ansprüche, welche sich aber aus der
Zusammensetzung des Bodens ergeben. Ein Moorboden, der fast ausschliesslich
aus Moosen und Torf besteht ist sauer. Böden aus kalksteinhaltigen
Gebirgszügen sind meist alkalisch.
- Hydrokultur
Heute in Büros und auch zu Hause weit verbreitet, da es sauber und einfach
zu pflegen ist. Besteht aus Blähtonkugeln, die als Füllmaterial dienen.
Diese sorgen auch dafür, dass genügend Luft an die Wurzeln gelangen
kann. Allerdings gedeihen nicht alle Pflanzen damit sehr gut, vor allem
Blütenpflanzen sind davon betroffen. Hier ist der Wasser- / Düngerhaushalt
das wichtigste Kriterium, ob eine Pflanze gedeiht oder nicht.

Auch klimatische Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit eine Pflanze sich gut entwickeln kann. Hier spielt die Temperatur und Luftfeuchtigkeit eine wesentliche Rolle. Eine baumbewohnende Pflanze wird in der Wüste, bei niedriger Luftfeuchtigkeit nicht gedeihen, während eine Kaktee im tropischen Regenwald, bei hoher Luftfeuchtigkeit ebenso verloren ist. Eine Alpenpflanze gedeiht nicht bei tropischer Hitze, wie eine Orchidee nicht neben einem Gletscher leben kann. Hier braucht man etwas Grundwissen über die Herkunft der gewünschten Pflanze, damit diese auch richtig gehalten werden kann und prächtig gedeiht. Erläuterungen hierzu folgen später in den pflanzenspezifischen Angaben.