
Der Gemüsegarten ist ein sehr komplexes Gebilde und die Pflegeansprüche unterscheiden sich stark, je nach Ansprüchen, Ideologie und Platzverhältnissen. Hier möchte ich speziell auf den Hausgarten mit den eigenen Bedürfnissen betreffend Ökologie und Fruchtfolge eingehen. Im Erwerbsanbau stehen andere Bedürfnisse im Vordergrund und zählen daher ganz andere Aspekte. Die Ansichten betreffend Ökologie sind sehr unterschiedlich; deshalb erwähne ich zum Teil verschiedene Wege, welche aber alle ans Ziel führen. Du musst Dich selbst entscheiden, was Du probieren möchtest und was nicht.

Klassische Beete sind meist rechteckig geformt und in Standardbreiten eingeteilt und auch die Gehwege sind "genormt". Die Masse der Beete bewegen sich zwischen 80-120 cm Breite und der an die Gegebenheiten angepasste Länge. Wege sind meist 40-60 cm breit. Natürlich kannst Du auch in der Einteilung etwas kreativ sein und vielleicht auch mal ein rundes oder dreieckiges Beet machen; oder wie wärs mit einer Beeteinteilung in Sternform? Dies ist sicher nicht überall möglich, doch mancher Garten gewinnt durch solche Massnahmen an Gestalt. Eine Bearbeitung mit Maschinen ist für solche Formen auch schwierig, wenn nicht gar unmöglich. Bei grossen Flächen sind klassische Beete einfacher einzuteilen und zu bearbeiten. Eine weitere Beetart ist das Hochbeet, welches vor allem in biologisch bewirtschafteten Gärten beliebt ist. Es eignet sich vor allem für Frühjahrspflanzungen und stark zehrende Pflanzen. Die Grundlage bildet ein ca. 40 cm tiefer Aushub der Erde. Als erste Lage dienen dünnere Äste und Zweige, die flach aufeinander gelegt werden. Die nächste Schicht kann aus Pferde- Kuhmist oder Stroh bestehen. Auch frischer Kompost wäre dafür denkbar, darf aber nicht zu dick aufgetragen werden, da er sehr scharf ist und Wurzeln darin verbrennen können. Darüber folgt die Deckschicht, die aus dem ausgehobenen Material besteht. Nun hat man ein Beet welches nun ziemlich aus dem Boden ragt, aber sich mit der Zersetzung der Organischen Materialien wieder senkt. Das Frühbeet ist eine gedeckte Version des Beetes und eignet sich vor allem für die Aufzucht von Jungpflanzen, aber auch für Frühgemüse. Hier gibt es ganz verschiedene Formen, die von Holz, Beton, Naturstein bis Hohlkammerplatten aus Kunststoff bestehen. Die Fenster zum Abdecken bestehen meist aus einem Holz- oder Metallrahmen mit Glas- oder Hohlkammerplattenscheiben. Du kannst ein Frühbeet auch aus Abbruchmaterial wie alten Holzbrettern, Stellriemen oder Gartenplatten relativ einfach selber basteln. Wenn es perfekt sein muss, gibt es solche auch im Handel zu kaufen. Eine gute Alternative zum Frühbeet sind auch kleine Folientunnel oder Vliese.

Anfang bis Ende März beginnen die Vorbereitungen im Garten. Die Beete werden ausgemessen und mit Kompost oder gut gelagertem Mist(vorzugsweise Pferdemist)eingearbeitet. Anhand der Liste der Fruchtfolge wird bestimmt was wo ausgesät, oder gepflanzt wird. Dies ist ein ganz wichtiger Teil, wenn Du Dich nicht mit Krankheiten und Schädlingen herumschlagen willst und gute Ernteergebnisse erzielen willst. Auch Beeren und Obst werden jetzt mit Dünger oder Mist versorgt. Für die geplanten Kulturen auch entsprechendes Saat- und Steckgut besorgen gehört in diese Zeit.
Ein grosser Faktor der entscheidet, ob eine Pflanze gedeiht oder nicht, ist der Boden auf dem die Pflanze wächst. Der Boden wird je nach Pflanzenart stärker oder auch weniger stark verbraucht. Wieder andere Pflanzen bereichern den Boden mit neuen Nährstoffen und helfen so den nachfolgenden Pflanzen gut zu gedeihen. Im Erwerbsbau darf die für eine bestimmte Pflanze gebrauchte Fläche erst nach 3 Jahren wieder mit derselben Kultur belegt werden, um Krankheiten und Schädlingsbefall zu reduzieren. Auch im Hausgarten empfiehlt sich eine solche oder ähnliche Praktik, da ja nicht alle über eine genügend grosse Fläche verfügen um dies bewerkstellen zu können. Hier sind Mischkulturen eine gute Alternative. In dieser Kulturform werden in jedes Beet verschiedene, miteinander harmonierende Pflanzen gepflanzt oder ausgesät. Dadurch ist eine bessere Platzausnützung für die Fruchtfolge möglich. Folgende Grundregel kann angewendet werden: Auf eine stark zehrende Kultur folgt stehts eine weniger stark oder schwach zehrende Kultur. Eine bereichernde Kultur, wie Bohnen, Erbsen oder Kefen schafft die Grundlage für eine stark zehrende Nebenkultur oder eine Spätkultur im Herbst. Statt ein Beet brach liegen zu lassen, eine Grününgung mit Phaselien, Senf oder einer Mischung aussäen, damit dem Boden wieder wertvolle Nährstoffe zugeführt werden. Angaben zu den einzelnen Pflanzen findest Du in den Pflanzenbeschrieben.

Immer wieder stellt sich auch die Frage, ob sich ein Hausgarten überhaupt noch lohnt in der heutigen Zeit, in der es Fertigprodukte in allen Variationen und Preisklassen gibt. Ich denke, dass ein schöner Garten nicht nur einen messbaren Wert, der sich aus Erfolg oder Misserfolg ergibt, hat. Für viele, stressgeplagte Menschen ist dies ein idealer Ausgleich zum Alltag, der auch viel Freude mit sich bringen kann, für den, der sich auf dieses Abenteuer einlässt. Da bleibt trotzdem eine Frage: Wieviel soll, kann ich selber anziehen, oder was soll ich besser als Setzling kaufen? Eine allgemeine Antwort gibt es hier natürlich nicht, denn dies ist ja auch von der Zeit, die Du im Garten verbringen kannst und willst, aber auch von den Platzverhältnissen die herrschen, abhängig. Die meisten Salat- und Kohlarten können relativ gut angezogen werden, dafür reicht meist eine helle Fensterbank in einem nicht allzu warmen Raum (damit die Setzlinge nicht in die Höhe schiessen) und im Gartencenter erhältliche Aussaatbehälter. Beim Samenkauf auf Jahreszeit spezifisch geeignete Sorten achten, damit auch nichts schief geht. Geeignete Aussaaterden gibts ebenfalls im Fachhandel zu kaufen. Falls Du viele Pflanzen anziehen möchtest (ev. auch Balkonpflanzen), empfiehlt es sich einen Frühbeetkasten zu zimmern oder anzuschaffen (sofern geügend Platz vorhanden ist). Dafür eignet sich ein Standort an einer geschützten, sonnigen Hausmauer vortrefflich. Wenn aber der Platz eng und die Anzahl der benötigten Pflanzen gering ist, empfiehlt es sich vielleicht eher, Setzlinge im Fachgeschäft einzukaufen. Beim Pflanzenkauf auf stabile, wüchsige Pflanzen achten, damit diese nicht eingehen.
Wenn ausgesät wird, unterscheiden wir zwischen Flächen- oder Breitsaat und der Reihensaat. Erstere wird meist für die Setzlingsanzucht, aber auch für Feldsalat (Nüsslisalat) angewendet. Dazu wird das Beet, oder der Behälter, ganz feinkrümelig planiert und wenn, dann nur ganz wenig Kurzzeitdünger ausbringen und einarbeiten, da zu viel Dünger oder frische Kompostgaben die empfindlichen Keimlinge verbrennen würden. Dann wird möglichst gleichmässig und nicht zu dicht ausgesät. Zuletzt wird das ganze mit feiner Erde zugedeckt und anschliessend gut angegossen. Die frühen Aussaaten von Feldsalat mit Jutesäcken oder Vlies abdecken, damit die Feuchtigkeit nicht verdunstet und die quellenden Samen verbrennen. In den meisten Fällen wird jedoch direkt ins Beet, in Reihen, ausgesät. Dazu wird dieses ebenfalls fein planiert und mit dem Rechen- oder Kräuelstiel die Reihen gezogen. Die Rillentiefe richtet sich nach der Samengrösse und sollte diese um höchstens die doppelte Höhe bedecken. Der Abstand zwischen den Reihen und den Samen in den Reihen wird durch die Pflanzengrösse bestimmt. Ungefähre Werte gibt es in den Pflanzenbeschreibungen entsprechend nachzulesen.
Wenn die Setzlinge 4- 5 Blätter haben und ca. 3-6 cm hoch geworden sind, ist es an der Zeit, diese ins vorbereitete Beet auszupflanzen. Dazu das Beet mit dem Kräuel auflockern und allfällige Düngergaben einarbeiten. Zuletzt noch flach planieren. Auch hier empfiehlt es sich in Reihen zu pflanzen, da gerade in Mischkulturen, das Wiederbepflanzen wesentlich leichter fällt. Auch hier richten sich die Pflanzabstände nach Pflanzengrösse und Art. Auch hierzu gibt es Angaben in den Pflanzenbeschreibungen.

Dies ist ein weniger beliebtes Thema im Garten, wenn die geliebten, mühsam herangezogenen
Salate einfach über Nacht weggefressen wurden. Hier gibt es viele Patentrezepte, die von ganz
mühsam bis chemisch, so ziemlich alles bieten.
Mühsam= Alle Schnecken täglich früh morgens auflesen und töten, oder in
die nächste Wiese werfen.
Weniger mühsam= Joghurtbecher mit Bier zur Hälfte füllen und im Garten verteilt
(vor allem an den Rändern zu Rasen oder Wiese) eingraben. Nach Regenfällen unbedingt neu
befüllen, sonst nützt es nichts mehr.
Spekulativ= Nistplätze für Vögel und Igel schaffen, denn diese fressen die
unliebsamen Gartenbewohner. Ist jedoch nur auf grösseren Grundstücken möglich, da sehr
Platzintensiv.
Bequem, aber chemisch= Schneckenkörner vor allem den Rändern entlang zu Wiesen, Rasen,
Hecken usw. streuen. Nach Regenfällen wiederholen, Schneckenpopulation beobachten und Behandlung
aussetzen, wenn der Feind erledigt ist.
Nur für Baumeister und nicht sehr dekorativ= Schneckenzäune, vor allem den Rändern
zu Rasen etc., am Beetrand etwas eingraben. Wichtig! Richtige Seite nach aussen wenden, sonst kriechen
die Eindringlinge trotzdem in den Garten.
Andere weniger beliebte Gartenbewohner sind: Mäuse, Werren, Kohlweisslinge, Karottenfliegen,
Läuse und viele mehr.
Für jedes Übel gibt es ein entspechendes Mittel.
Falls Du Fragen hast stehe ich Dir gerne via E- Mail (siehe Kontakt) für Antworten zur Verfügung.
Wichtig!
Eine genaue Beschreibung, oder falls Du eine digitale Kamera hast, ein Bild des Schadens,
ermöglichen mir eine genauere Diagnose und somit einen wirkungsvolleren Vorschlag für Dich.

Ein wichtiger Teil im Garten ist der Kompost, über den es sich lohnt, ein paar Worte zu verlieren. Hier unterscheiden wir 2 Arten, den klassischen oder kalten Kompost und den Heisskompost. Beide Methoden haben ihre Vor- und Nachteile. Doch nun zur zuerst genannten, der Kaltkompostiermethode. Bei dieser Methode werden die Rüstabfälle, Rasenschnitt, Laub und Gartenschnitt in Form von Schnitzeln, in einem Kompostgitter, bestückt mit einer schwarzen Lochfolie, gesammelt. Dies kann auch ein Haufen sein, auf den fortlaufend neue Ware aufgeschichtet wird. Nach etwa einem Jahr wird der ganze Haufen umgeschichtet und nochmals angehäuft. Nach zwei Jahren wird alles gesiebt und die entstandene Komposterde kann nun verwendet werden. Diese Erde ist als Dünger verträglicher als Heisskompost, da sie deutlich länger gelagert wurde. Wie es schon erahnen lässt, ist Heisskompost eine schnellere Art, um Kompost zu gewinnen. Hierzu wird das Kompostiergut meist in geschlossenen, trotzdem atmungsaktiven Kompostbehältern gesammelt. Hier spielt die Zusammensetzung des Kompostiergutes eine sehr wichtige Rolle, ob sich der Kompost gut entwickelt oder nicht. Dieses sollte nicht zu feucht sein, da sonst das ganze fault und sich nicht zersetzt. Hat man praktisch nur Rüstabfälle, Rasenschnitt und dergleichen, drängt sich der Einsatz von Stroh oder Mulch auf, damit der Kompost in der Heissphase am Anfang nicht erstickt. Hier entstehen Temperaturen bis zu 85 Grad Celsius im Innern des Behälters. Wenn der Behälter voll ist, wird der Kompost umgesetzt. Auch hier wird der Kompost weiter gelagert, dieser ist dann bereits nach einem Jahr, je nach Menge, meist ausreichend gereift.