Als Stauden versteht man mehrjährige Gräser, Grün- und Blütenpflanzen,
die im Freiland gedeihen. Viele Arten überwintern ohne Laub im Boden mit Wurzelrizomen
usw. Andere Arten sind immergrün und blühen meist nur einmal im Jahr, es gibt
jedoch auch Arten, die mehrmals blühen. Es gibt Pflanzen, die nur 20 cm hoch werden,
andere wachsen 2 m in die Höhe.
Pflege:
Im März wird der Boden im Staudenbeet zwischen den Pflanzen, die meist wieder zu treiben
beginnen, aufgelockert und mit Dünger eingehackt. Falls ein Staudenbeet zu grosse Pflanzen
beinhaltet, ist nun ein guter Zeitpunkt diese zu teilen und neu einzupflanzen. Ab dem zweiten
Standjahr kannst Du auch Holzschnitzel streuen, um den Boden abzudecken und einen Unkrautbewuchs
zu vermeiden.
Höhere Pflanzen rechtzeitig stützen, damit sie nicht auseinanderfallen oder umkippen.
Nach der Blütezeit die abgeblühten Zweige einkürzen, damit zweimal blühende
Pflanzen wieder neu treiben können, oder keine Samen gebildet werden und die Pflanze sich
gut entwickeln kann. Es gibt jedoch Stauden, die sehr schöne Samenstände haben. Diese
stehen lassen und möglichst bevor sich die Samen verbreiten abschneiden. Zwiebelgewächse
möglichst nach der Blüte das Laub einziehen lassen, damit sich die Zwiebeln gut weiter
entwickeln können. Im Herbst werden die abgestorbenen Zweige abgeschnitten und empfindliche
Pflanzen mit Laub etc. als Frostschutz abgedeckt.
Unten stelle ich Dir einige schöne Arten etwas vor.

Ericaceae
Die Besenheide entzückt mit ihrer feinen, schuppenartigen Belaubung und den filigranen Blütenrispen, die es von weiss, rosa, violetten bis rötlichen Tönen in diversen Sorten gibt. Ausserdem gibt es Sorten, die Knospenblüher genannt werden und im November- Dezember, also im Winter blühen.
Für das Moorbeet als Bodendecker.
Europa, Azoren bis Marocco
- 30 cm
August- September
Diese Pflanze liebt einen sonnigen Standort.
Die Besenheide braucht einen kalkfreien, humosen und lockeren Boden, der feucht ist, aber keine Staunässe aufweist. Nach der Blüte die Pflanze zurückschneiden, damit sie neu austreiben und nicht von unten her kahl werden.
Die Vermehrung erfolgt durch Aussaat oder Stecklinge.
Moorbeetpflanze

Lamiaceae
Typisch für diese Pflanze ist der kugelförmige Blütenstand, aus dem unzählige kleine orangefarbenen Blüten hervorspriessen.
Sehr wirkungsvoll in Staudenrabatten.
Auch wilder Hanf genannt, ist durch ihre berauschende Wirkung bekannt. Bei den Khoi Khoi in Südafrika wird sie als Medizin (beruhigende Wirkung als Tee und bei Kopfschmerzen, Bronchitis, hohem Blutdruck und Erkältungen. Blätter und Zweige auch als Soforthilfe gegen Schlangenbisse und Stiche) und Droge verwendet. Auch in Kalifornien hat sich in den 90er Jahren das Rauchen der Blütenstände etabliert. Löwenohr hat eine psychoaktive Wirkung ähnlich der des Cannabis. Welche Substanz diese Wirkung auslöst, ist nicht abschließend geklärt. Wie bei allen berauschenden Pflanzen ist unbedingt entsprechende Vorsicht geboten, da Neben- oder auch nachhaltige Folgeerscheinungen nicht geklärt sind.
In der Naturheilkunde wird Löwenohr gegen etliche Krankheiten eingesetzt. Dies sind z.B. Fieber, Asthma, lepröse Lähmungen, Herzschwäche, Epilepsie, Hauterkrankungen, Hepatitis A und weitere Krankheiten. Der Sud, der aus dem Löwenohr hergestellt wird, soll angeblich gegen juckende Haut und bei Ekzeme helfen. Allerdings sind Erfolge nicht wissenschaftlich belegt. Sichergestellt ist zumindest die blutverdünnende Wirkung durch das enthaltene Cumarin.
Afrikanisches Löwenohr enthält Marrubiin, Cumarin, Arginin, Rutin und weitere Bitterstoffe, Diterpene und Harze.
Südafrika
60- 80 cm
September- November
Diese Pflanze liebt einen sonnigen, warmen und etwas geschützten Standort.
Diese schöne und anspruchslose Pflanze braucht keine besondere Pflege. Sie ist bei uns nicht immer winterhart.
Die Vermehrung erfolgt durch Aussaat.
keine

Onagraceae
Sehr schöne filigran erscheinende Blütenstaude, die mit ihren wild angeordneten Einzelblüten sehr gut in Rabatten oder auch in Trögen wirkt. Es gibt weisse und rosa Sorten, die auch in Kombination gepflanzt gut wirken.
Rabatten und Pflanztröge
Canada, USA
60- 80 cm
Juni- Oktober
Diese Pflanze liebt einen sonnigen, warmen und eher trockenen Standort.
Diese schöne und anspruchslose Pflanze kommt gut auch mit mageren Böden klar und ist sehr robust.
Die Vermehrung erfolgt durch Aussaat.
Wird oft auch als Sommerflor verkauft.

Lamiaceae
Die Steppensalbei gibt es in blauen und rosa Sorten. Sie wächst buschig und verzweigt aufrecht. Die ganze Pflanze duftet und fällt durch ihre lange Blütezeit auf.
Sehr wirkungsvoll in Rabatten oder vor Trockenmauern.
Europa, Östlicher Mittelmeerraum
40 cm
Juni- September
Diese Pflanze liebt einen sonnigen, warmen und etwas trockenen Standort.
Diese schöne und anspruchslose Pflanze braucht keine besondere Pflege. Ein Rückschnitt nach der Blüte ergibt später nochmals einen Flor.
Die Vermehrung erfolgt durch Aussaat.
Gute Bienenweide

Lamiaceae
Eine ganze Reihe von ihnen hat sehr aromatische Blätter, so auch Agastache foeniculum (Anis Ysop), bei dem sie tatsächlich an die Süße des Anis erinnern. Andere Agastache Arten besitzen zudem äußerst schmackhafte Blüten, wie etwa der Agastache mexicana (Limonen Ysop) und die von diesem entstanden Sorte 'Toronjil Morado‘ oder die Agastache 'Orange Sunrise‘, deren rote Blüten fast wie Orangeade schmecken.
Agastache hat nicht die lange Tradition in Europa wie Minze und Melisse, denn sie kommt fast ausschließlich aus der neuen Welt, aus Nordamerika zu uns.
Manche Agastachenarten bilden ziemlich hohe Stauden. Andere Arten sind zierlicher und niedriger, wie die genannte 'Orange Sunrise‘ oder die Agastache 'Firebird‘.
Sehr schön in Rabatten oder an Trockenmauern.
Mexico, USA
60- 100 cm
Juli- September
Diese Pflanze liebt einen sonnigen, warmen und etwas geschützten Standort, der nicht zu feucht ist.
Nicht alle Agastachen sind zuverlässig frosthart. Deshalb empfehle ich einen etwas geschützten Standort. Schneide die Pflanzen erst im März, rechtzeitig vor dem neuen Austrieb, bis auf den Stock zurück. Es macht Sinn die Stängel und Blütenstände der meisten Kräuterstauden den Winter über stehen zu lassen, da viele von ihnen immer wieder schöne Bilder abgeben. Ob von Raureif überzogen, mit Schnee bepudert, oder mit ihren oft filigranen Silhouetten im flachen Licht der Wintersonne.
Die Vermehrung erfolgt durch Aussaat.
Sehr gute Bienenweide

Gunneraceae
Das Mammutblatt wird auch Riesen- Rhabarber genannt. Diese Pflanzenart ist nicht mit der Rhabarber verwandt. Es ist eine mehrjährige, krautige Pflanze mit bis zu 2 m großen Blättern und dornigen Stielen, deren oberirdische Teile zum Herbst hin absterben und im Frühjahr neu austreiben. Die Blätter werden in einer Rosette, direkt über dem Boden gebildet.
Sehr wirkungsvoll in grossen Parkanlagen.
Südbrasilien
250 cm
Juli- August
Diese Pflanze liebt einen sonnigen, warmen und etwas geschützten Standort, der auch etwas feucht ist.
Das Mammutblatt ist ein Starkzehrer und benötigt sehr viel Nähstoffe. Im Frühjahr viel gut verrotteten Mist oder Kompost einarbeiten, damit die Pflanze gut gedeiht. Wenn man sie bei uns im Freien überwintern will, sollte man sie mit einer dicken Laub- und Reisigdecke schützen.
Die Vermehrung erfolgt durch Aussaat oder Teilung.
keine

Rutaceae
Der Diptam ist eine langlebige Staude, die derbes, eschenähnliches Laub hat. Die ganze Pflanze duftet aromatisch, die Blüten stark nach Zitronen. An heissen Sommertagen dunsten die Fruchstände des Diptams grosse Mengen an ätherischen Ölen aus, die sich mit einem Streichholz entzünden lassen. Diese Eigenschaft hat ihm Namen wie Brennender Busch oder Feuerpflanze eingebracht. Da die Pflanze unter Naturschutz steht, sollte man solche Experimente allenfalls auf eigene Gartenpflanzen begrenzen.
Für Rabatten oder auch in Einzelstellung sehr schön.
Europa, Östlicher Mittelmeerraum
80- 120 cm
Mai- Juni
Diese Pflanze liebt einen warmen, sonnigen bis halbschattigen Standort.
Der Diptam braucht einen kalkhaltigen Boden.
Die Vermehrung erfolgt durch Aussaat oder Teilung.
Der Diptam ist eine Giftpflanze und enthält Alkaloide. In den Wurzel dominiert Dictamnin, während in den Blättern überwiegend Skimmianin vorhanden ist. Bei empfindlichen Personen können beim Umgang mit dem Diptam Hautreizungen auftreten.